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Der 30jährige Krieg

Der 30jährige Krieg, das war nicht ein Krieg, sondern viele Schlachten, wobei die Truppen fast in ganz Westeuropa - hin und her - unterwegs waren. Das Leben der einfachen Menschen war in dieser Zeit ständig bedroht. Die Truppen zogen kämpfend, mordend und brandschatzend durch Europa und brachten unermessliches Leid. Dazu kam noch, dass in vielen Teilen die Menschen auch ihre Religion aufgeben und eine neue annehmen mussten. Da die Menschen im 17. Jahrhundert sehr religiös - ja zum Teil abergläubisch religiös - waren, stürzte dies viele in Haltlosigkeit und Zerrissenheit. Es waren 30 dunkle Jahre!
(Da es in dieser Zeit viele Schlachten gab, werden im Folgenden nur die wichtigsten Ereignisse dargestellt.)

Die Mächte Europas:

- Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (Habsburger Könige bzw. Kaiser) bestand im
  17. Jahrhundert aus dem Königreich Böhmen und vielen kleineren und größeren Herzogtümern
  (z.B. Sachsen, Brandenburg, Württemberg, Österreich, Bayern ...);
  Einige Herzogtümer wurden zu Kurfürstentümern (Kurpfalz, Sachsen, Brandenburg, König von Böhmen,
  Bayern und Braunschweig - Lüneburg).
  Die Kurfürsten, zusammen mit den drei Erzbischöfen von Mainz, Köln und Trier, wählten (kürten) den
  deutschen Kaiser.
- Weitere mächtige Reiche in Europa waren:
  Frankreich, Spanien, Niederlande, Dänemark und Schweden

Worum geht es?
:
- Es geht um die Vorherrschaft in Europa.
- Weiterhin gibt es Konflikte der Religionen.
- Ein weiterer Konfliktherd ergab sich durch die vielen Staaten im Deutschen Reich.

Wer gegen wen?

- Um die Macht in Westeuropa und Oberitalien ging es zwischen den Dynastien der Habsburger (Österreich
  und Spanien) und der Bourbonen (französische Könige)
- Die Macht im Ostseeraum wollten Dänemark und Schweden.
- Die deutschen Fürsten wollten mehr Unabhängigkeit vom deutschen Kaiser.
- Und immer wieder Katholiken gegen Protestanten

Die Situation zu Beginn des 17. Jahrhunderts

Zu den Besitztümern des spanischen Königs (Habsburger) gehörten z.B. auch Teile Süd- und Norditaliens und die Niederlanden. Frankreich fühlte sich von Spanien umzingelt. So kam es zu vielen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern, die immer mehr aufrüsteten. Auch in den Niederlanden mussten die Spanier präsent sein. Es gab Ende des 16. Jahrhunderts einen Aufstand, der 1609 mit der Unabhängigkeit der Vereinigten Niederlanden endete.

Im Deutschen Reich gab es zwischen den Fürstentümern große Spannungen. Weil die katholischen Fürsten in einzelnen Bereichen, z.B. im Reichshofrat die Oberhand gewannen, schlossen sich 1608 protestantische Fürsten zur Protestantischen Union zusammen. Mehr Macht erhofften sie sich durch ein Militärbündnis mit Frankreich. Und Frankreich hatte dadurch Verbündete gegen Spanien und Österreich.
1609 gründete im Gegenzug Maximilian I. von Bayern die katholische Liga.

Der 30jährige Krieg

Das Königreich Böhmen hatte eine Ständeordnung, d.h. die Stände (Fürsten, Adlige) wählten den König. 1609 sicherte der deutsche Kaiser Rudolf II. den böhmischen Ständen Religionsfreiheit zu. Sein Nachfolger Matthias nahm dies zurück, ließ eine evangelische Kirche schließen und verbot sogar die Ausübung der protestantischen Religion. Als er 1618 ein Versammlungsverbot für die Fürsten und Adligen erließ, stürmten diese die Prager Burg und warfen drei kaiserliche Stellvertreter aus dem Fenster (Prager Fenstersturz). Sie blieben weitgehend unverletzt, aber dies war eine Provokation gegen den Kaiser.
Die böhmischen Stände bildeten ein Direktorium, um einen neuen König zu wählen und sich gegen den Kaiser verteidigen zu können.

1618 Im Sommer begannen die ersten Kämpfe der böhmischen Stände gegen die Kaisertruppen. Dieser Krieg sollte insgesamt 30 Jahre gehen. Beide Seiten suchten sich Verbündete und rüsteten sich auf.

1619 Friedrich von der Pfalz wurde zum böhmischen König gewählt. Die deutschen Fürsten wählten Ferdinand II zum deutschen Kaiser. Dieser konnte Maximilian von Bayern zum Kriegseintritt bewegen.

1620 In der Schlacht Am Weißen Berg (Nähe Prags) verloren die böhmischen Stände gegen die kaiserlichen  Truppen unter Graf von Tilly (Feldherr der katholischen Liga).
Friedrich von der Pfalz floh in die Niederlanden um Verbündete zu gewinnen.
Viele Adlige in Böhmen wurden hingerichtet oder enteignet und alle Nicht-Katholiken brutal verfolgt und vertrieben Spanien eroberte die linksrheinische Pfalz..

1621 Ferdinand verhängte die Reichsacht über Friedrich. Die Protestantische Union löste sich auf. Spanien greift wieder einmal die Niederlanden an.

1622 Protestantische Truppen drangen in die Pfalz ein. Es kam zu mehreren Schlachten. Am Ende siegten die kaiserlichen Truppen.

1623 Friedrich von der Pfalz verlor die Kurfürstenwürde, Maximilian von Bayern bekam sie.

1625 Die Dänen besetzten Städte am Niederrhein und wollten nach Thüringen und Süddeutschland vordringen.

1626 Die Dänen wurden vernichtend durch die kaiserlichen Truppen unter Tilly geschlagen.
Auch Albrecht von Wallenstein stellte auf der Seite des Kaisers eine Truppe auf. Diese vernichtete in
mehreren Kämpfen die Söldnertruppe des Grafen Mansfeld, die bis nach Ungarn verfolgt wurde.

1627 Wallensteins Truppen eroberten Norddeutschland.

1628 Die Oberpfalz gehört nun zu Bayern und wurde katholisch.

1629 Dänemark scheidet aus dem Krieg aus
Kaiser Ferdinand II. erließ das Restitutionsedikt, das heißt, dass alle kirchlichen Besitztümer, die die
protestantischen Fürsten seit 1555 eingezogen hatten, rückerstattet werden mussten. Die kaiserlichen
Truppen unter Tilly sollten dies durchsetzen. (u.a. wurde Magdeburg völlig zerstört)
Dies brachte die schon geschlagenen Protestanten und ihre Fürsten so auf die Palme, dass sie wieder
Widerstand leisten wollten und neue Verbündete suchten.

1630 Schweden, unter Gustav II. Adolf, trat in den Krieg. Die Armee zog in Nordostdeutschland ein.

1631 Die Schweden schlugen die kaiserlichen Truppen unter Tilly und zogen weiter nach Süddeutschland. In
einer weiteren Schlacht wurde hier Tilly tödlich verwundet. Die Schweden drangen bis München vor und
bedrohten Österreich.

1632 Der Kaiser machte wieder Wallenstein zum Feldherrn. Seine Truppen brachten in mehreren Schlachten den Schweden große Verluste ein. In der Schlacht bei Lützen verlor der schwedische König Gustav Adolf sein Leben.

1633 Mehrere protestantische Gebiete schlossen mit den Schweden einen Bündnisvertrag.

1634 Wallenstein wurde ermordet.
Unter Bernhard von Sachsen-Weimar brachte die kaiserliche Armee den Schweden in der Schlacht bei
Nördlingen eine große Niederlage bei.

1635 Protestantische Stände kündigten den Vertrag mit den Schweden und schlossen mit Kaiser Ferdinand
den Prager Frieden. Das Restitutionsedikt wurde ausgesetzt und man verbündete sich gegen Feinde von
außen.
Daraufhin verbanden sich die protestantischen Schweden mit den katholischen Franzosen.

Na sowas! Plötzlich ging es also nicht mehr um Religion, sondern nur noch um die weltliche Macht in Europa.
Da sieht man es wieder! Religion ist oft nur ein Vorwand, um das eigene Machtstreben zu kaschieren!

1635 Aber Frankreich traute dem Frieden nicht. Es wurde befürchtet, dass die Schweden mit dem deutschen
Kaiser einen Friedensvertrag abschließen könnten. Deshalb schickte der französische König seine Armee
ins Deutsche Reich. Der folgende Krieg auf deutschem Boden dauerte 13 Jahre, ohne dass es zu einer
entscheidenden Schlacht kam.

1643 Erste Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien Frankreich - Schweden - Deutsches Reich

1645 Waffenstillstand zwischen Sachsen und Schweden

1648 Ende des Krieges durch den sog. Westfälischen Frieden

Alles wieder beim Alten: Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde wiederhergestellt. Die Fürsten hatten wieder die freie Kirchenwahl.

Einige Teile des Reiches wurden neu verteilt. So bekamen z.B. die Schweden Vorpommern, das österreichische Sundgau (Gebiet zwischen Basel und Mühlhausen, südliches Elsass) fiel an Frankreich. Überhaupt wurde Frankreich nun zum mächtigsten Staat in Europa.

Große Teile des deutschen Reichsgebiets wurden im 30jährigen Krieg verwüstet. Fast ein Drittel der Bevölkerung (etwa 4 Mill.) fiel den Kriegen oder Seuchen (Pest, Pocken) zum Opfer.
 

 


Quellen und weitere interessante Links für den Geschichtsunterricht:

-zdf - Mediathek, Die Deutschen, Der 30jährige Krieg: Mythos Wallenstein
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/619448/Wallenstein-und-der-Krieg#/beitrag/video/619448/Wallenstein-und-der-Krieg

 

 


Das 17. Jahrhundert

 

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