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Wie lebten die Germanen?
Die Germanen kannten keine Städte, sondern wohnten in kleinen Dörfern oder weit verstreut auf Einzelhöfen. Das Dach der Häuser (Langhaus) reichte bis zum Boden und war mit Stroh bedeckt. Die Einrichtung war karg. Meist wohnte auch das Vieh noch mit im Haus.
Es gab bei den germanischen Völkern nicht wie z.B. in Griechenland oder Rom einen allmächtigen König, Konsul oder Diktator an der Spitze des Volkes, eher einen Stammeshäuptling (nur die ostgermanischen Stämme kannten einen König). Die wichtigsten Angelegenheiten wurden in der Stammesversammlung, Thing, (die auch den Stammeshäuptling wählte) beraten. Alle freien Männer eines Stammes waren Mitglieder. Hier wurde abgestimmt über Krieg und Frieden und Gericht gehalten. Da die Menschen weit auseinander wohnten, gab es auch nicht sehr viele große Versammlungen, außer in Kriegszeiten. Dann entschieden die wichtigsten Krieger zusammen mit dem Stammeshäuptling. War ein Stammeshäuptling nicht sehr erfolgreich, so kam es schon vor, dass seine Krieger sich einen anderen Häuptling suchten und sich dessen Gefolge anschlossen. Erst als die Römer Kriege mit den Germanenvölkern führten, sprachen diese von den Häuptlingen als Könige. Die bekanntesten sind: Ariovist, Marbod und Arminius.
Die Germanen waren insgesamt sehr kriegerisch. Ihre Hauptwaffe waren die Stoßlanzen und Speere. Es gab fast nur Fußsoldaten. Schwerter hatten sie nur wenige, erst später, als sie auch mehr Pferde hatten. . Zur Rüstung gehörte ansonsten nur ein Schild, gekämpft wurde in normaler Leinenkleidung oder zum Teil auch nackt.
Für Germanenstämme, die sich in einem Gebiet angesiedelt hatten, spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Angebaut wurden: Gerste, Hafer, Weizen, Roggen, Hirse und Flachs. Dazu kamen noch Gemüsesorten wie: Bohnen, Erbsen, Sellerie, Spinat und Radieschen. Die Germanen verstanden sich auch hervorragend auf die Viehzucht. Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hühner und auch die Hunde. Aus dem Getreide wurde auch eine Art Bier hergestellt. Ein weiteres Getränk war das süße Met. Bekannt ist, dass die Germanen nicht zu wenig tranken und zwar meist aus mehrere Liter fassende Gefaßen wie z.B. das Trinkhorn.
Bei den Germanen wurden die Toten meist verbrannt. Erst ab dem 1. Jahrhundert n.Ch. gab es auch Körperbestattungen. Den Toten legte man dann auch Grabbeigaben bei. Über den Gräbern wurden Erdhügel oder Steinhügel angehäuft.
In der Religion kannten die Germanen die Fruchbarkeitsgötter: Njörd, Frey und Freyja. Weitere Götter waren: Wodan (Odin), Thor (Donar) und Tiwaz (Tyr). Ihnen wurde in den heiligen Hainen (kultische Bäume, Steine usw.) geopfert. Ein Orakel gibt den Willen der Götter an das Volk weiter.
Außer über praktische Dinge war Bildung bei den Germanen in den Anfängen nicht sehr groß geschrieben. Sie konnten weder lesen noch schreiben. Einige Zeichen wurden vor allem zu religiösen Zwecken eingesetzt. Erst im 4. Jahrhundert n.Chr. schuf der Bischof Wulfila ein germanisches Alphabet, um die Bibel ins Gotische zu übersetzen. Später nannte man die Zeichen Runen.
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