Das Leben im
alten Ägypten

Die Gesellschafts-
pyramide

Der Pharao


Der Name Pharao bedeutet “Großes Haus”, womit ursprünglich der Königspalast gemeint war, da man den Namen des Pharao nicht auszusprechen wagte. Nach der Vereinigung von Ober- und Unterägypten trug er eine doppelte Krone. Die oberste Gottheit war in Ägypten der Horus (Falke). Da der Pharao König und Gott war, trug er den Namen “Horus”. Seit der 4. Dynastie verehrte man ihn als Sohn des Sonnengottes “Re”
Der Pharao war ein absoluter Herrscher. Er war oberster Richter, Feldherr und Verwalter. Das Land war in Gaue eingeteilt, wobei die Gaufürsten unter den starken Pharaonen wenig Rechte besaßen.
 

Die Beamten


Die obersten Beamten waren die Wesire. Sie wurden vom Pharao benannt und stammten aus den alten Adelsfamilien. Ihnen unterstanden wieder Unter-Beamte (Schreiber) im ganzen Land. Die Ausbildung der Schreiben fand in Schulen statt, die meist einem Tempel angegliedert waren. Geschrieben wurde auf Kalkplatten, Tonscherben und später auf Papyrus. Die Ausbildung umfasste auch die Gesetzgebung, Technik, Landvermessung  und das Erlernen von amtlichen Schreiben (dies war gar nicht so einfach, da in keinem Schreiben wohlformulierte Phrasen und Höflichkeiten fehlen durfte). Dadurch, dass die Schreiber umfangreiche Kenntnisse haben mussten, dauerte die Ausbildung mehrere Jahre. Unter ihrer Kontrolle waren der Bau von Dämmen, Kanälen , Bewässerungsanlagen und Vorratshäusern. Sie verwalteten die Steuerabgaben der Bauern. Außerdem beaufsichtigten sie die Handwerker beim Bau von Tempeln und Palästen.
 

Die Fellachen


Durch die Sand- und Steinwüste von Nord-Ost-Afrika zieht sich der Nil. Auf einer Breite von 10-20 km links und rechts des Nils liegt fruchtbares Land. Hier wohnen und arbeiten die Fellachen. Sie stellten den größten Teil der Bevölkerung. Die Arbeit der Fellachen hing eng mit dem Fluss zusammen. Wenn der Nil Hochwasser führte - der höchste Stand war Ende September -, überschwemmte er das Land. Ging das Wasser wieder zurück, blieb eine fruchtbare Schlammschicht. Nun konnten die Bauern pflügen, säen und schließlich ernten. Da es im Süden Ägyptens oft jahrelang nicht regnet, mussten für die Bewässerung der Felder Kanäle und Dämme angelegt werden. Mit der Zeit entstand ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, so dass auch Felder angelegt werden konnten, die nicht direkt am Nil lagen. Diese Technik und die Säuberung der Kanäle und Dämme erforderte eine enge Zusammenarbeit aller Bauern. Außerdem züchteten die Bauern Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Hunde, Esel, Gänse, Affen und die aus Nubien eingeführte Katze (von der auch unsere heutige Hauskatze abstammt). Kurz vor der Ernte kamen dann Beamte und schätzten den voraussichtlichen Ernteertrag. Auf dieser Basis wurde die Steuerabgabe (Korn und Vieh) festgelegt, d.h. die Bauern mussten Teile des Ernteertrages an den Pharao abgeben, der das Getreide dann in Speichern (hohe, kegelförmige Gebäude) hortete. Damit konnte dieser wiederum die vielen Frohnarbeiter verköstigen, die für ihn Tempelanlagen, Pyramiden usw. bauten. Außer den Steuerabgaben mussten die Fellachen auch dem Pharao Frohndienste leisten. In der Zeit der Nilüberschwemmung arbeiteten sie für den Pharao auf den Baustellen der Tempel und Pyramiden.
 

Die Wohnungen


Die Häuser standen am Rande der Überschwemmungsgebiete etwas erhöht und durch Dämme geschützt. Gebaut wurden sie mit Nilschlamm. Der Schlamm wurde in Ziegelformen an der Sonne getrocknet und mit den Ziegeln wurden die Häuser gebaut. Für Tempel oder Grabstätten wurden richtige Steine verwendet. Zum Schutz gegen die Hitze waren nur wenige kleine Fenster eingebaut. Die Häuser bestanden aus mehreren Räumen. Einrichtungen waren sehr spärlich. Nach Sonnenuntergang hielt man sich häufig auf der Dachterasse auf. Ein Kellerraum diente als Vorratskammer.
 

Kleidung
und
Aussehen


Die meisten Kleidungsstücke der Ägypter wurden aus Leinen gefertigt, deshalb wurde im ganzen Land viel Flachs (lat. linum) angebaut. Die Männer wickelten sich den Stoff, wie bei einem Schottenrock, um die Hüfte. Eine andere Möglichkeit war, dass man den Stoff von der Schulter bis zum Knie trug wie eine römische Tunika. Bei der Arbeit trugen sie einen Leinenschurz oder es wurde nackt gearbeitet. Auch die Frauen trugen Leinenkleidung - von der Schulter bis zum Fuß. Manchmal konnte auch eine Schulter frei bleiben. Oft trugen sie auch ein eng anliegendes Kleid, das unter den Brüsten begann und bis zu den Knöcheln reichte. Zum Schutz vor Kälte (nachts) wurden Tierfelle und später (der Baumwollstrauch wurde aus Indien eingeführt) Baumwollmäntel getragen. Schuhe wurden aus Schilf oder Leder gemacht mit einem Riemen um den Knöchel und den beiden größten Zehen. Oft schmückte sich die Ägypterin noch mit einem Fußring. Gegen die Hitze wurden Fächer aus Straußenfedern hergestellt, Kämme aus Elfenbein. Leder- oder Perlengürtel waren oft mit Gold verziert.

Parfume wurden aus pflanzlichen Stoffen hergestellt: u.a. Zimt, Iris, Lilie Myrte, Rose, Henna... Der Pflanzenextrakt wurde in Öl aufgelöst.

Perücken wurden aus menschlichen Haaren hergestellt. Vor allem trug man sie bei religiösen Ritualen.

Hautpflege und Schminke waren durch die trockene Luft in Ägypten unbedingt erforderlich. Salben und Schminke wurden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. Die Augenbrauen wurden schwarz nachgezogen, Augenlider grün. Die Ägypter kannten auch die ersten Handspiegel.
 

Die Nahrung


Hauptnahrungsmittel: Brot und Bier aus Getreide. Das Brot wurde in Steinöfen oder in Tonbackformen gebacken. Aus Getreide und Milch wurde ebenfalls Brei hergestellt. Auch Fleisch durch die eigene Aufzucht oder durch die Jagd wurde gerne gegessen. Jeder Bauer pflanzte eigene Gemüsearten an. Gekocht wurde mit Olivenöl. Um schmackhaftes Essen herzustellen gab es die unterschiedlichsten Gewürze wie Salz, Knoblauch, Zimt usw. Im alten Ägypten gab es die ersten Bienenzüchter. Aus Weiden und Lehm wurden die Bienenstöcke gebaut. Aus dem Honig wurden verschiedene Süspeisen kreiert.
 

Spiele


Die wenige Freizeit, die die Ägypter hatten wurde zum Jagen, Tanzen, aber auch zum Ausüben von Sportarten (Ringkampf, Ballspiele, Turnen) genutzt. Brettspiele waren bekannt z.B. ein schachähnliches Spiel. Heute noch gespielt wird das ägyptische “Senet”. Das Brett hat drei Reihen mit je 10 Feldern. Mit allen Spielsteinen muss man bis zum Ende kommen, wobei der Gegenspieler in entgegengesetzer Richtung läuft. Als Würfel dienen drei halbrunde Stäbchen.
 

Musikinstrumente


Es gab Klappern aus Holz und Elfenbein, 6-saitige Harfen, 5-7 saitige Leiern, Trommeln aus Tierfellen, Trompeten aus Gold und Silber.
 

Die Religion


Die Religion der alten Ägypter zeigt kein einheitliches Bild und war immer im Wandel. Zunächst gab es verschiedene Kulte, wobei die Götter in Tierform oder tierköpfig dargestellt sind.  Später gab es dann die Sonnenreligion mit dem Gott Re - Aton. Für die Götter wurden zahlreiche Tempel gebaut, wo Prozessionen stattfanden und die Tempelschätze gehütet wurden.  (Religion mit mehreren Göttern: Polytheismus)

Man glaubte an ein Fortleben nach dem Tode. Der Verstorbene musste vor einem Totengericht erscheinen. Hier wurde sein Herz gewogen. Die strengen Richter hatten furchterregende Namen wie z.B.Knochenbrecher.. Je nachdem wohin die Waage ausschlug wurde die Seele vernichtet oder in das Reich von Osiris und Isis aufgenommen. Die wichtigsten Götter: Osiris (Herrscher des Jenseits), Sonnengott Re und Aton, Luftgott Schu, Göttin der Fruchtbarkeit Tefnut, der Vater des Göttergeschlechts Geb, die Himmelsgöttin Nut, der Sohn des Osiris Horus u.a.

Der Körper des Toten musste aber erhalten bleiben, deshalb wurde er aufwändig einbalsamiert. Dabei wurden die Innereien entnommen (zum Teil selbst einbalsamiert und in den Körper zurückgelegt), der Körper mit Öl und Duftstoffen u.a.behandelt und mit Leinen umwickelt. So entstandene Mumien sind bis heute erhalten. In das Grab wurden Grabbeigaben wie Essen, Waffen, Kleidung, Schmuck, Möbel usw. gelegt. Wichtig war auch ein Totenbuch, in dem alles stand, was der Verstorbene sagen, tun und wissen musste, um ins Totenreich einzugehen.

Um die Toten zu begraben wurden aufwändige Grabmäler erbaut. In der Pyramidenzeit waren dies die Pyramiden (die größte Pyramide von Pharao Cheops steht bei Gizeh) und später wurden die Gräber in den Fels im Tal der Könige bei Theben geschlagen. Das bekannteste hier (weil nicht von Grabräubern geschändet) ist das Grab des Tutanchamun.
 

Die Pyramiden


Die Pyramiden wurden am Westufer des Nils bei Gizeh und südlich davon gebaut. Jede Pyramide ist das Grab eines Pharao. Sie sollte auch ein Denkmal für den Ruhm seiner Herrschaft sein und zugleich vor Räubern schützen. Die größte Pyramide ist die von Pharao Cheops. Daneben stehen die beiden Pyramiden seines Sohnes Chefren und dessen Sohn Mykerinus

Mit ca. 2,5 Mio. Steinblöcken wurde die Cheopspyramide ca. 146 m hoch. In den Pyramiden sind Gänge und mehrere Grabkammern eingebaut.

Die Steinblöcke wurden in den Bergen westlich des Nils aus dem Fels geschlagen und mit Flößen über den Nil transportiert. Männer zogen auf  Schlitten,  auf Walzen aus Holzstämmen, die Steinblöcke zum Bauplatz. Aufgeschichtete Erde bildete dann die Rampe bis zur Spitze der Pyramide. Über 20 000 Menschen arbeiteten gleichzeitig am Bau, nicht Sklaven, sondern angesehene Bürger, Bauern, Handwerker, denn es war eine Ehre am Bau mitzuhelfen. Es ist heute kaum vorstellbar, wie anstrengend die Arbeit war, da die Ägypter zu dieser Zeit weder Rad noch Flaschenzug kannten. Auch die Gesamtorganisation - von der Verköstigung der Arbeiter bis zur Architektur - war ein Meisterwerk.

Pharao Chefren ließ vor den Pyramiden einen Sphinx (der Sphinx - die Sphingen) zum Schutz der Heiligtümer erbauen. Der Sphinx besteht aus einem Löwenkörper und dem Kopf des Pharao.
 

Die Schrift


Fast zur gleichen Zeit wie die Sumerer entwickelten die Ägypter eigene Schriftzeichen, die die Griechen Hieroglyphen (Heilige Zeichen) nannten. Die Zeichen wurden zunächst in Stein geschlagen, in Ton geritzt oder auch aufgemalt. Später wurde Papyrus als Unterlage benutzt. Papyrus wurde aus der schilfartigen Papyruspflanze hergestellt. Die Fasern der Blätter wurden abgelöst, kreuzweise übereinander gelegt, gepresst, getrocknet und geglättet.


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